Geschichten aus dem Alltag einer Hüttenwirtin
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Tipps für Hüttenwirtsleute plus Beratung 

 

Beziehungen & Familie 

Wie viele Beziehung sind am Berg schon gescheitert? Für viele ist der Schritt von Partner zu Geschäftspartner nicht leicht. Doch bei der Hüttenbewerbung sind Ehepaare gewollt – das geforderte Knowhow, das sehr breit gefächert ist, wird von zwei Personen besser abgedeckt. 

Was man am Berg so gut wie gar nicht hat, ist Privatsphäre. Einfach mal mit seinem Partner auf der Couch liegen und fernsehen, das gibt es nicht – davon abgesehen, haben wir gar keinen Fernseher. Einer von uns ist immer in der Gaststube. Wir haben zwar einen Tisch in der Stube, der für unsere Familie reserviert ist, aber wenn wir frühstücken, werden wir andauernd von Gästen gestört. Die Gäste haben Fragen zum Thema Wetter, Wanderungen, Skigebiet, sie wollen abrechnen, unsere Kinder bestaunen, oder das Handy klingelt. Außerdem wird unser Tisch auch von Gästen genutzt, wenn die Hütte voll ist. 

So ist das Leben auf der Hütte halt, das muss man akzeptieren. 

Die meistgestellte Frage an mich ist: „Wie macht ihr das, sobald die Kinder in die Schule gehen müssen?“ Ich wundere mich dann immer, wie organisiert das Leben im Tal ist? Dort wissen viele schon, wo sie in 2021 auf Urlaub fahren. Bei uns ist das offen... Alois, unser ältester Sohn, ist gerade mal 4 Jahre alt – erst mit 6 Jahren muss er in die Schule. Komischerweise wird mir diese Frage immer gestellt. Frank wird nie darauf angesprochen, obwohl er genauso viel Zeit mit unseren Kindern verbringt. Ich antworte dem Gast immer: „Wenn es soweit ist, kannst du die Hütte übernehmen.“, damit ist das Gespräch meist beendet.

Meine Erfahrung: Wir haben nach dem Umbau in 2017 eine Pächterwohnung bekommen, wo wir voller Stolz einen kleinen Schlafraum, ein Wohnzimmer und ein Badezimmer eingerichtet haben – unser einziger Rückzugsort für uns als fünfköpfigefamilie. Ich vermute es ist nicht größer wie 30 aber wir freuen uns sehr !